Marktanalysen mit hoher Trefferquote. Nicht erst im Nachhinein.

Marktzyklen antizipieren statt Trends hinterherlaufen: Eine Bilanz

Seit 2021 veröffentlicht die Heissenberger Vermögensverwaltung AG Marktanalysen, die sich bewusst vom Lärm der täglichen Schlagzeilen abheben. Unser Ziel sind keine punktgenauen Prognosen, sondern die Identifikation fundamentaler Ungleichgewichte. Eine Chronologie rationaler Entscheidungen.

Von Björn Heissenberger, Zürich

An der Börse gilt eine alte Weisheit: Wer der Herde folgt, sieht oft nur die Rückseite. Echte Rendite entsteht dort, wo man sich traut, einsame Entscheidungen zu treffen – basierend auf Fakten, nicht auf Gefühlen.

Seit 2021 dokumentieren wir unsere Markteinschätzungen öffentlich. Nicht im Nachhinein, wenn die Erklärung einfach ist, sondern im Vorfeld. Diese Analysen dienen unseren Mandanten als Kompass in turbulenten Zeiten und uns selbst zur disziplinierten Umsetzung. Sie zeigen, dass aktives Management nicht bedeutet, hektisch zu handeln, sondern diszipliniert abzuwarten, und dann zu handeln, wenn grössere Ungleichgewichte am Markt identifiziert werden können.

Nachfolgend legen wir unsere „Track Record“ offen. Diese Übersicht dient nicht der Selbstbestätigung, sondern als Beleg dafür, dass Rationalität auch in irrationalen Märkten funktioniert.


2021: Warnung vor der „Alles-Blase“

Im Spätsommer 2021 dominierten zwei Narrative den Markt: Inflation sei nur „transitorisch“ (vorübergehend) und Technologieaktien könnten nur steigen. Wir sahen das anders.

2023: Mut zum Einstieg, wenn andere verkaufen

Erfolgreiches Investieren erfordert, die eigene Vorsicht abzulegen, wenn die Bewertungen günstig werden – und die Nachrichtenlage entsprechend schlecht ist.

  • Januar 2023 – Wir kaufen und machen dies erneut öffentlich. Während die Stimmung nun am Boden lag, wiesen wir auf ein erneutes Ungleichgewicht hin: Günstige Bewertungen – nach einem Jahr fallender Kurse sowie die starke Überzeugung am Markt, dass dieser nun weiter fallen werde. Unsere Devise lautete: Investieren, solange die Angst dominiert und Aktien dadurch günstig gekauft werden können. Das Ergebnis: Die Aktienmärkte starteten eine signifikante Rallye. Viele Anleger, die nun erst verkauft hatten, verpassten den Aufschwung.

2024 & 2025: Erst grosse Gelassenheit, dann der politische Schock

  • November 2024 – Defensive vor der Panik Wir mahnten rieten zu einer defensiveren Aufstellung. Die Gelassenheit hatte Bewertungen erzeugt, die perfekt gepreiste Zukunftsszenarien voraussetzten. Das Ergebnis: Die Korrektur im Frühjahr 2025 bestätigte diese Skepsis. Aktien gaben im Trump-Zoll-Schock deutlich nach.
  • April 2025 – Die „Zollpanik“ als Chance Die finale Ankündigung zur Umsetzung der Zölle durch die US-Administration sorgte im Frühjahr für Panik. In unserem NZZ-Meinungsartikel (01.04.25) analysierten wir die negativen Folgen nüchtern. Bereits vier Tage später, am 05. April, publizierten wir das Kaufsignal: Die Marktreaktion war überzogen. Die nun zu erwartenden negativen Folgen für die Wirtschaft waren eingepreist und die nun gängige Meinung, dass Trump nicht zurückrudern würde, konnten wir aufgrund seines historischen Handelns nicht teilen. Das Ergebnis: Nur zwei Tage später war der Tiefpunkt erreicht. Es war der klassische Punkt maximaler und messbarer Marktpanik – und damit der optimale Kaufzeitpunkt.

Fazit: Warum wir „Timing“ ablehnen und es dennoch tun

Oft hören Anleger den Satz: „Markttiming ist unmöglich.“ Wenn damit gemeint ist, den exakten Tiefst- oder Höchstkurs vorherzusagen, stimmen wir zu. Wir stimmen auch zu, dass es nicht auf den Tag, die Woche oder sogar den Monat genau funktioniert. Das ist Glücksspiel und von Glück, Hoffnung, Angst und anderen irrationalen Themen an der Börse halten wir uns fern. Wir sind langfriste Investoren, die Vermögen schützen und Chancen wahrnehmen möchten.

Wenn Timing jedoch bedeutet, das Risiko zu reduzieren, wenn Risiken nicht mehr bezahlt werden, und offensiver zu werden, wenn gute Unternehmen im Ausverkauf sind – dann ist es nicht nur möglich, sondern die Pflicht eines Vermögensverwalters im Sinne seiner Mandanten. Auch, wenn es die meisten genau anders herum machen.

Bei der Heissenberger Vermögensverwaltung AG setzen wir diesen Ansatz konsequent um:

  • Keine Fonds: Wir kaufen solide Einzelaktien nach eigener Analyse.
  • Unabhängigkeit: Wir sind keinen Konzernvorgaben verpflichtet.
  • Transparenz: Wir handeln so, wie wir es schreiben und parallel mit unserem eigenen Vermögen tun. Wir sitzen mit unserem Kunden im selben Boot. Nicht als Floskel, sondern wortwörtlich.

Wir sind vorsichtig, wenn Gier herrscht. Und wir werden „gierig“, wenn Panik herrscht. Dieser Ansatz ist nicht spektakulär, aber er schützt und mehrt Vermögen langfristig.


Björn Heissenberger CEO & Portfolio Manager Heissenberger Vermögensverwaltung AG,

Björn Heissenberger
Björn Heissenberger